Unter den Gästen: Zahlreiche Vertreter*innen der Projektförderer und Kooperationspartner sowie der Politik. Mitarbeiter*innen der Mitgliedsvereine, der Standorte und weitere Gäste waren live zugeschaltet. Oberbürgermeisterin Henriette Reker wandte sich in einem Video persönlich an den Verband und bedankte sich für dessen Engagement.

Die neuen Räumlichkeiten in der Luxemburger Straße 181-183 bezog der SmF im August 2021. Mit dem Umzug innerhalb der Stadt vergrößerte sich der Sozialdienst auf rund 300 Quadratmeter. „Wir haben mit neun Quadratmetern angefangen. Dies ist nun unsere dritte Station. So wird es weitergehen“, zeigte sich die Bundesvorsitzende Ayten Kılıçarslan überzeugt und blickte auf die Entstehungsgeschichte des Verbandes zurück. Geprägt von gesellschaftlichen Entwicklungen und die Geschichte der Wohlfahrtsverbände zum Vorbild genommen, widmeten sich aktive Frauen dem Aufbau muslimischer Wohlfahrtstrukturen. Der Verband wurde 2016 gegründet und setzt sich seit 2018 in den Bereichen Integration, Frauenschutz und Female Empowerment ein. „Wir kämpfen für den Aufbau kultursensibler Frauenschutzhäuser und Frauenberatungsstellen und gehen hierfür neue Wege“, so die stellvertretende Vorsitzende Halide Özkurt. Darüber hinaus sind der SmF und dessen Mitgliedsorganisationen in Bereichen wie der Jugendhilfe, der Väterarbeit und der Seniorenarbeit aktiv.

„Die Gestaltung einer integrativen und vielfältigen Stadtgesellschaft ist mir als Oberbürgermeisterin ein enorm wichtiges Anliegen“, so Reker in dem Video, das seit heute auf dem YouTube Kanal des SmF zu sehen ist.  Aber: „Ohne Partizipation geht Integration nicht“, betonte Kılıçarslan und bedankte sich an dieser Stelle auch bei den zahlreichen Förderern und Kooperationspartnern. Zu diesen gehört etwa das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI), welches das Projekt „Muslimische Spuren in deutscher Heimat“ fördert, dessen Ziel die Sichtbarmachung von Muslim*innen als einen wichtigen Teil der deutschen Geschichte und Gesellschaft ist. „Der SmF ist expandiert. Es haben lokale Verknüpfungen stattgefunden. Es wurden Kooperationen mit Kommunen und Landkreisen eingegangen“, so der Referent des BMI Tobias Fried. Auch Vertreter*innen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zeigten sich von den Leistungen des Verbandes beeindruckt. Das BMFSFJ ist Förderer des Programms „Menschen stärken Menschen“, welches den im Zuge der Flüchtlingskrise nach Deutschland gekommenen Menschen das Ankommen erleichtert und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. „Das ist ein Programm, was mit Herzblut lebt. Dies überträgt sich auch auf uns. Ich bin stolz darauf, hierfür zuständig zu sein“, so Eva Reichhertz vom BMFSFJ.

Welche Auswirkungen diese Programme haben können, zeigt die Geschichte von Mahmoud, einem Familienvater mit persönlicher Fluchtgeschichte. Dieser war im Rahmen des Programms am Projekt „Patenschaft-Praxis-Qualifizierung“ zunächst Mentee, wo er als Geflüchteter Unterstützung in Alltagssituationen erhielt, bis er später dann selbst die Rolle eines Paten und im Anschluss die Rolle eines Hauptamtlichen übernahm und andere Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie Menschen mit Fluchterfahrung begleitete. Der SmF sich auch für mehr Solidarität in der Gesellschaft ein. Das Kooperationsprojekt „Haltung zeigen-Vielfalt stärken“, zielt auf die Förderung des Austausches zwischen dem Programmträger „Menschen stärken Menschen“, um die Themen Diskriminierung und Rassismus gemeinsam anzugehen.

Vorgestellt wurden auch neuere Projekte, wie das Präventionsprojekt „Frauen stärken Frauen – gegen Radikalisierung“. Förderin des Projektes ist die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. „Junge Mädchen, Frauen sowie Mütter und Väter sind in der bisherigen Präventionsarbeit oft untergegangen, sie spielen jedoch eine wichtige Rolle“, so die beiden Projektleiterinnen. Bei Freizeitgestaltungen sowie in Gesprächskreisen, Workshops und Elterngruppen stärken sie ihre Persönlichkeit, erkunden ihre Interessen und lernen demokratische Entscheidungsprozesse kennen. Dabei werden sie von ihren Eltern unterstützt und begleitet. Norbert Feith, Referatsleiter im BMFSFJ, betonte an dieser Stelle die „beeindruckende Vielfalt“ der Projekte. Auch Melanie Albrecht vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zeigte sich beeindruckt: „Ich hoffe, dass wir da noch mehr zusammenarbeiten und weitere Projekte auf die Beine stellen.“

Der SmF verfolgt das Ziel, die muslimische Wohlfahrt voranzubringen. Zudem widmet sich der Verband der gleichberechtigten Teilhabe, der Förderung von Inklusion und des offenen Zusammenlebens in der deutschen Gesellschaft sowie der Bekämpfung jeglicher Form von Diskriminierung. Der Verband ist Mitglied im Deutschen Frauenrat und im Bundesforum Männer-Interessenverband für -jungen, -männer und Väter e.V., sowie in Netzwerken, wie der neue deutsche Organisationen e.V. und CLAIM – Allianz gegen Islam und Muslimfeindlichkeit und pflegt darüber hinaus Kooperationen mit zahlreichen Dachverbänden. Der SmF unterhält bundesweit insgesamt zwölf Standorte.