Die Vorstandsvorsitzende des SmF-Bundesverbandes Ayten Kılıçarslan war am Freitag  zu Gast beim Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue in Berlin. Anlass war der 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens zwischen Deutschland und der Türkei.

In einem Zweiergespräch bat die Vorsitzende des SmF um weitere Unterstützung bei der Partizipation muslimischer Frauenorganisationen in den bestehenden Strukturen.

Steinmeier würdigte in seiner Rede die Aufbauleistungen insbesondere von Türken sowie weiteren Menschen aus anderen Staaten in Deutschland. Gleichzeitig aber verwies er auf die bestehende Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund. Konkret kritisierte Steinmeier die noch immer ungleichen Chancen auf Bildung und sozialen Aufstieg von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund sowie die Vorurteile etwa bei der Job- und Wohnungssuche. Zudem hob Steinmeier hervor, dass die Vorstellung vom Islam in Deutschland ebenfalls von Vorurteilen geprägt sei und rief an dieser Stelle zu mehr Vielfalt und Toleranz in der Gesellschaft auf.

Bereits im April dieses Jahres waren Vertreterinnen des Sozialdienstes zu Gast beim Bundespräsidenten in der Villa Hammerschmidt. Auch an diesem Tag war es unser Anliegen deutlich zu machen, dass beim Thema Migration zu wenig auf die Rolle der Frau eingegangen wird. So werden Frauen in dem Bereich der Arbeitsmigration kaum berücksichtigt. Diese gilt es künftig noch stärker als bisher in den Fokus zu nehmen.

Am 30. Oktober 1961 wurde ein Anwerbeabkommen zwischen der Türkei und Deutschland geschlossen. Zuvor regelten Abkommen mit Italien, Spanien und Griechenland die Zuwanderung. Unter den Zugewanderten waren meist Handwerker, ungelernte sowie ausgebildete Arbeitskräfte, Männer wie Frauen.