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Ein Projekt im Programm „Menschen stärken Menschen“

Patenschaft·Praxis·Qualifizierung

Ehrenamtliche Pat:innen und Menschen, die Orientierung suchen, bilden Tandems — und begleiten einander durch den Alltag. An 13 Standorten in ganz Deutschland.

13.098

Menschen erreicht, 2018–2025

2.074

Ehrenamtliche Pat:innen

207.944

Anlässe, in denen wir unterstützt haben

13

Standorte bundesweit

Das Projekt

Patenschaften zwischen ehrenamtlichen Helfer:innen und Geflüchteten sowie sozial benachteiligten Menschen eröffnen neue Chancen zur Problemlösung.

Als SmF e.V. bieten wir Ehrenamtlichen die Möglichkeit zur Vernetzung und zur Stärkung ihres Ehrenamtsmanagements. Wir unterstützen sie bei der Gründung neuer Anlaufstellen zur strukturierteren Arbeit mit benachteiligten Gruppen. Ehrenamtliche werden damit für ihre Aktivitäten gestärkt und dazu befähigt, neue Maßnahmen für benachteiligte Menschen zu schaffen.

An jedem seiner Standorte führt der Sozialdienst muslimischer Frauen im Rahmen des Programms „Menschen stärken Menschen“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) das Projekt PPQ-Tandemteams für Demokratie und Vielfalt durch. In Tandemteams werden Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, mit und ohne Fluchterfahrung, in Alltagssituationen begleitet.

Das Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“ wird seit 2016 gefördert. Seitdem sind an rund 900 lokalen Standorten bundesweit über 280.000 Patenschaften entstanden.

Unsere Wirkung

Zwischen 2018 und 2025 hat allein der Wohlfahrtsverband Sozialdienst muslimischer Frauen e.V. mit 2.074 Ehrenamtlichen an 13 Standorten bundesweit 13.098 sozial benachteiligte Menschen mit und ohne Fluchterfahrung erreicht. Ab 2027 soll das Bundesprogramm wegfallen — und damit auch viele mühsam aufgebaute, wichtige Strukturen.

Unterstützung in 207.944 Anlässen

Im Projekt „PPQ-Tandemteams für Demokratie und Vielfalt“ haben wir zwischen 2018 und 2025 Menschen in 207.944 Anlässen unterstützt:

  • 41.708-mal im Bereich Bildung und Erziehung
  • 34.377-mal durch telefonische Begleitung – insbesondere während der Corona-Pandemie
  • 26.173-mal bei Behördengängen und Fragen der Grundversorgung
  • 26.077-mal durch praktische Hilfen und Mobilitätsunterstützung
  • 25.575-mal bei Freizeitaktivitäten
  • 19.701-mal in gesundheitlichen Fragen
  • 16.941-mal bei Ausbildung und Arbeit
  • 7.154-mal bei finanziellen Anliegen
  • 6.718-mal beim Spracherwerb
  • 345-mal bei Gewalt- und Rechtsfragen

Allein während der Corona-Pandemie haben wir im Jahr 2020 zusätzlich 3.175 Menschen in Online-Angeboten gegen Einsamkeit und soziale Isolation begleitet.

Diese Leistungen wurden nicht allein von 2.074 Ehrenamtlichen erbracht. Hinter jedem erfolgreichen Tandem standen hauptamtliche Mitarbeitende, die Ehrenamtliche gewonnen, qualifiziert, begleitet, beraten, motiviert und in schwierigen Situationen unterstützt haben. Ohne diese professionelle Koordination wäre das Engagement in dieser Qualität und diesem Umfang nicht möglich gewesen.

3.406 Maßnahmen mit 31.195 Teilnehmenden

Für Ehrenamtliche und Tandempartner:innen haben wir insgesamt 3.406 niedrigschwellige Maßnahmen mit 31.195 Teilnehmenden angeboten, darunter:

  • 715 Sprachcafés
  • 689 Gesprächskreise
  • 449 Hausaufgabenhilfen
  • 349 Kreativangebote, viele davon für Kinder
  • 276 Freizeitangebote
  • 263 Einführungs- und Informationsschulungen für Pat:innen
  • 151 Digitalisierungskurse
  • 150 weitere integrative Maßnahmen
  • 129 Mutter-Kind-Gruppen
  • 128 Workshops zu unterschiedlichen Themen
  • 47 Spielangebote für Kinder
  • 37 Sportangebote für Erwachsene
  • 23 Aktionen und Kampagnen

Patenschaften mit Ukrainebezug

Seit 2022 fördern wir zusätzlich Tandems mit Menschen, die aus der Ukraine nach Deutschland geflohen sind und Orientierungshilfe benötigen. Unser Augenmerk liegt darauf, Menschen mit unterschiedlichen Fluchterfahrungen und rechtlichen Rahmenbedingungen zusammenzubringen und sie in ihrer Partizipation zu unterstützen.

Unsere Motivation

In Migration und Flucht erleben Menschen ihre ersten Orientierungsschwierigkeiten bereits bei der Ankunft. Sie vergleichen Sozialsystem, Ämter und Dienstleistungen mit ihren Erfahrungen von vorher und versuchen so, ein fremdes System zu verstehen.

Unsere Mitarbeiter:innen bringen Menschen als Tandempartner:innen zusammen, unterstützen beim ersten Kontaktaufbau und sind fortlaufend als Ansprechpartner:innen da.

Die Umsetzung

Ehrenamtliche Pat:innen und ihre Mentees bilden Tandemteams. Die Mentees werden in schwierigen Alltagssituationen begleitet, unterstützt und gestärkt. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit in kleineren Gruppen durch begleitete Begegnungen intensiviert — als Freizeitgestaltung, Schulung, Informationsveranstaltung, Workshop oder Ausflug. Die Themen werden nach Bedarf und Interesse ausgewählt.

Unsere Ziele

  • Junge Erwachsene aktivieren, die sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen, und sie in ihrem Engagement stärken
  • Bürgerschaftliches Engagement von Frauen aus sozial benachteiligten Gruppen fördern und vernetzen
  • Sozial aktive Menschen — insbesondere Frauen — in ihren Strukturen stärken
  • Kindern und Jugendlichen helfen, Talente zu entfalten und Partizipationschancen zu erhöhen
  • Frauen stärken, um ihre Anschlussfähigkeit für den Arbeitsmarkt zu erhöhen
  • Den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken

Pat:in werden

Das bringen Sie mit

  • Weltoffenheit, ohne Vorurteile
  • Motivation, Menschen zu helfen
  • Soziales Engagement
  • Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit
  • Empathie und Freude am Umgang mit Menschen
  • Fürsorge — und den Blick auf Selbständigkeit
  • Ein erweitertes Führungszeugnis ohne Eintrag

Das geben Sie weiter

  • Niederschwellige Begleitung und Beratung in verschiedenen Lebensbereichen
  • Orientierung im Rechtssystem und in gesellschaftlichen Strukturen
  • Aufklärung über Schulwesen und Nachbarschaftsverhältnisse
  • Unterstützung von Eltern und Jugendlichen
  • Hilfe zur Selbsthilfe unter schwierigen Bedingungen
  • Organisation von Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe
  • Begleitung der Eltern-Kind-Beziehung

Qualifizierung

Wir schulen und informieren die Tandempartner:innen unter anderem zu diesen Themen:

  • Beteiligung am Schulleben
  • Vorlesetechniken mit mehrsprachigen Büchern
  • Stressbewältigung
  • Nähe und Distanz
  • Autogenes Training
  • Umgang mit traumatisierten Kindern
  • Eltern pubertierender Kinder
  • Gesprächsführung
  • Methoden der Intervention
  • Spielpädagogik
  • Bewerbungstraining
  • Arbeitsmarkt und Partizipation von Frauen

Team & Ansprechpartner:innen

  • Projektleitung

    Ayten Kılıçarslan

    E-Mail
  • Aachen

    Elif Cifcibasi

    E-Mail
  • Delmenhorst

    Hatice Kocak

    E-Mail
  • Duisburg

    Darine Fercici

    E-Mail
  • Frankfurt

    Charlotte Ndamm-Njikoufon

    E-Mail
  • Freiburg

    Şenay Awad

    E-Mail
  • Kempten

    Ayla Inan

    E-Mail
  • Köln

    Sümeyye Algümüs

    E-Mail
  • Krefeld

    Maissa Khallouf

    E-Mail
  • Neumünster

    Loubna Zaza

    E-Mail
  • Sindelfingen

    Melek Kayan

    E-Mail
  • Stuttgart

    Aysun Pekal

    E-Mail

Beiträge aus dem Projekt

Rassistische Realitäten

Rassismus gehört zum Alltag. Häufig wird Rassismus verharmlost, spaltet dieses Phänomen jedoch das Fundament unserer Demokratie. Rassismus gefährdet den Zusammenhalt…