
Am 3. März 2026 nahm die Vorstandsvorsitzende Ayten Kılıçarslan gemeinsam mit der Generalsekretärin Zehra Özdemir und dem Vorstandsmitglied Şenay Awad auf Einladung der Staatsministerin Natalie Pawlik die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Antirassismus, an der Veranstaltung „Stark. Qualifiziert. Auf dem Weg.“ in Berlin teil.
Rund 100 Teilnehmerinnen folgten der Einladung, um ihre Erfahrungen und Lebensrealitäten als Frauen mit Einwanderungsgeschichte einzubringen – unabhängig davon, ob sie erst seit wenigen Jahren oder bereits seit Jahrzehnten in Deutschland leben.
Im Zentrum der Veranstaltung standen die Chancen und Herausforderungen der beruflichen Teilhabe von Frauen mit Einwanderungsgeschichte. Ziel der Veranstaltung war es, Unternehmerinnen, Arbeitnehmerinnen, Engagierte und Möglichmacherinnen zusammenzubringen, um Austausch und Vernetzung zu fördern und gemeinsam konkrete Wege zu entwickeln, um Hürden abzubauen und Chancen nachhaltig zu stärken.
Die Beauftragte betonte in ihrer Einladung:
„Jede Frau soll ihren Weg in unserem Land gehen: gleichberechtigt, gleichgestellt und auf Augenhöhe – im Job, bei der Ausbildung, in jedem Lebensbereich in unserer vielfältigen Gesellschaft.“
Besonders beeindruckt hat uns die sensible und respektvolle Planung der Veranstaltung. Da sie in den Fastenmonat Ramadan fiel, wurde eigens eine Pause vorgesehen, damit die fastenden Teilnehmerinnen ihr Fasten brechen konnten. Für diese aufmerksame und wertschätzende Geste bedanken wir uns sehr herzlich.
Diese Geste war mehr als ein organisatorisches Detail – sie steht sinnbildlich für echte Teilhabe, Respekt und Begegnung auf Augenhöhe. Gerade solche Rahmenbedingungen ermöglichen es Frauen mit vielfältigen Lebensrealitäten, selbstverständlich an politischen und gesellschaftlichen Diskursen mitzuwirken.
Im persönlichen Austausch brachte die Vorstandsvorsitzende – passend zum Internationalen Frauentag am 8. März – ein zentrales Anliegen des Vereins ein:
Der Wohlfahrtsverband Sozialdienst muslimischer Frauen e.V. befürwortet eine Änderung des § 31 Abs. 1 Nr. 1 Aufenthaltsgesetzes. Konkret spricht sich der Verein für eine Reduzierung der erforderlichen Ehebestandszeit von derzeit drei Jahren auf ein Jahr aus.
Eine solche Änderung würde bedeuten, dass betroffene Personen ihr eigenständiges Aufenthaltsrecht früher erhalten und somit nicht über Jahre hinweg an eine Partnerschaft gebunden bleiben. Dies kann nämlich insbesondere dann problematisch sein, wenn die Partnerschaft von Abhängigkeit, Gewalt oder anderen belastenden Umständen geprägt ist.
Gerade für Frauen kann die aktuelle Regelung eine massive strukturelle Abhängigkeit erzeugen und hindert sie mit ihren mitgebrachten Qualifikationen am Erwerbsleben teilzunehmen. Aus Angst vor aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen wird oftmals kein Ausweg aus problematischen oder gewaltgeprägten Beziehungen gesucht und wenn die Ehe frühzeitig scheitert, scheitert auch die Chance einer beruflichen Integration.
Mit dieser Forderung setzt der Wohlfahrtsverband Sozialdienst muslimischer Frauen e.V. ein klares Zeichen für Selbstbestimmung, Schutz und Gleichberechtigung.
Zum Abschluss des Gesprächs überreichte die Vorstandsvorsitzende Ayten Kılıçarslan der Beauftragten zudem das Buch 41-mal Maschallah. Die Porträtsammlung „41-mal Maschallah“ erzählt die Geschichten von 40 starken Frauen, die unter anderem durch die Arbeitskraftanwerbung nach Deutschland kamen.
Wir bedanken uns für die Einladung und den wertvollen Austausch. Die Veranstaltung hat deutlich gezeigt: Wenn Perspektiven gehört, religiöse und kulturelle Realitäten respektiert und strukturelle Hürden offen benannt werden, entsteht echte Veränderungskraft.

