Nach einem Monat der inneren Einkehr, des Verzichts und der Nächstenliebe feiern Muslime weltweit in diesen Tagen das Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr). Hinter der Gemeinschaft liegt eine besondere Zeit: Ein ganzer Monat, den viele Muslim*innen im Kreise ihrer Familien und Freunde verbracht haben – geprägt von gemeinsamen Gebeten, wohltätigen Spenden und tiefer innerer Besinnung.
Auch im Ramadan 2026 luden unsere Mitgliedsvereine bundesweit zu zahlreichen Begegnungsformaten und gemeinsamen Fastenbrechen ein. Menschen kamen zusammen, gingen in den Austausch und erlebten Zusammenhalt. Die Momente fanden auch auf politischer Ebene eine bedeutende Resonanz. Der Wohlfahrtsverband Sozialdienst muslimischer Frauen mit seinen Unterorganisationen folgte Einladungen von Landesregierungen und Volksparteien in den Städten, Bundesländern und auf Bundesebene. Das erste parlamentarische Iftar im Deutschen Bundestag sowie die fast schon zur Tradition gewordenen Einladungen der Ministerpräsidenten der Länder markierten Schritte politischer Bedeutsamkeit der Muslim*innen und der Anerkennung muslimischen Lebens als selbstverständlichen Teil unserer Gesellschaft.
An dieser Stelle möchten wir auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für seine wertschätzende Grußbotschaft zum Fastenbrechen danken. Seine Anerkennung des Ramadans als „beheimatetes Fest“ und sein Dank für das zivilgesellschaftliche Engagement der Muslim*innen sind wichtige Zeichen der Verbundenheit.
Diverse Veranstaltungen zum Fastenbrechen öffnen zugleich Räume für einen Dialog zwischen unterschiedlichen Glaubensgemeinschaften, der Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik. Wie lebendig dieser Austausch in der Praxis ist, zeigt sich unter anderem in unserem Projekt ProAktiMO. Hier begleiten wir muslimische Gemeinden, die durch ihre Iftar-Veranstaltungen und das gemeinsame Feiern des Ramadanfests wertvolle Orte der Begegnung in ihren Gemeinden schaffen.
Ein besonderes Beispiel für dieses Miteinander erlebten wir in Freiburg, wo die Ramadanbeleuchtung offiziell durch den SmF-Freiburg gemeinsam mit dem Oberbürgermeister eröffnet wurde. Das dortige Programm setzte durch gemeinsames Kochen, Achtsamkeitsübungen und konstruktive Workshops starke positive Impulse und förderte den Dialog mit verschiedenen Beratungsstellen gegen antimuslimischen Rassismus sowie Pat*innen und Mentees.
In diesem Zusammenhang gilt auch unser besonderer Dank Städten wie Frankfurt, Freiburg und Köln, die durch eine Ramadanbeleuchtung in ihren Innenstädten ein sichtbares Zeichen gesetzt haben. In Frankfurt organisiert unsere Standortkoordination derzeit ein Treffen mit dem Büro des Oberbürgermeisters, um unseren Dank für diese Wertschätzung persönlich zu übermitteln. Diese Initiativen rücken muslimisches Leben in die Mitte der Gesellschaft und verdeutlichen, dass Muslim*innen und ihre Gebräuche – ebenso wie Weihnachten und Ostern – ein selbstverständlicher Teil Deutschlands sind. Gerade in Zeiten, in denen antimuslimischer Rassismus gesellschaftlich und politisch wieder lauter wird, sind genau solche Signale der Solidarität notwendig.
Wir wünschen allen, die diesen besonderen Anlass begehen, ein gesegnetes und friedvolles Ramadanfest. Hayırlı Bayramlar und Eid Mubarak.

