Das Projekt „Frauenpower Zahnrad für eine starke Gesellschaft“ des Sozialdienstes muslimischer Frauen-Köln e. V., das im Rahmen des Bundesprogramms „Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden.“ (BGZ) durch das Bundesministerium des Innern gefördert wird, wurde nach dem Start im März 2025 kontinuierlich aufgebaut und erfolgreich umgesetzt. Es richtete sich an junge muslimische Frauen, Frauen mit Migrationsgeschichte sowie an weitere interessierte Frauen aus der Stadtgesellschaft. Ziel war es, ihre Identität und Selbstbestimmung zu stärken, Reflexionsprozesse anzustoßen und ihre aktive gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.
Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen und den eigenen Lebensrealitäten. Durch Wissensvermittlung, Austausch und intensive Reflexion wurden die Teilnehmerinnen ermutigt, Rollenbilder, Normen und gesellschaftliche Erwartungen kritisch zu hinterfragen. Gleichzeitig wurden sie für das Zusammenwirken verschiedener Formen von Diskriminierung sensibilisiert und darin unterstützt, Handlungsmöglichkeiten für den Alltag zu entwickeln. Ein wichtiges Anliegen war es zudem, das Engagement der Frauen sichtbar zu machen und Impulse für mehr Offenheit und Teilhabe in der Gesellschaft zu setzen.
Im Verlauf des Jahres entstand ein vielfältiges Angebot aus Workshops und Gesprächsformaten, die überwiegend in den Räumen des Sozialdienstes muslimischer Frauen-Köln stattfanden und durch aufsuchende Arbeit im Stadtteil ergänzt wurden. Dabei gelang es, sowohl einen stabilen Kreis regelmäßig teilnehmender Frauen aufzubauen als auch neue Interessierte für einzelne Angebote zu gewinnen. Das Projekt entwickelte sich dadurch zu einem verlässlichen Anlaufpunkt und zugleich zu einem niedrigschwelligen Einstieg in Empowermentprozesse.
Besonders gut angenommen wurden Formate, die einen direkten Bezug zum Alltag der Frauen hatten und Raum für persönliche Entwicklung boten. Inhalte wie Selbstwahrnehmung, Ressourcenstärkung, kreative Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie sowie Themen rund um Sicherheit, Grenzen und Selbstbehauptung stießen auf großes Interesse. Viele Teilnehmerinnen berichteten, dass sie sich intensiver mit sich selbst auseinandersetzen konnten, neue Perspektiven gewannen und gestärkt in ihren Alltag zurückkehrten. Auch Angebote zu mentaler Gesundheit, Selbstwert und körperlichem Wohlbefinden wurden als sehr relevant erlebt.
Die Gesprächsformate ergänzten diese Angebote, indem sie geschützte Räume für offenen Austausch ermöglichten. Dort konnten Erfahrungen mit Diskriminierung, Fragen von Zugehörigkeit und persönliche Herausforderungen angesprochen werden. Viele Frauen erlebten es als entlastend, ihre Erlebnisse zu teilen und gemeinsam einzuordnen. Gleichzeitig entstanden Solidarität und gegenseitige Unterstützung. Der Austausch trug dazu bei, das eigene Erleben besser zu verstehen und neue Strategien im Umgang mit belastenden Situationen zu entwickeln.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts war die Öffentlichkeitsarbeit. Durch eine kontinuierliche Präsenz in sozialen Netzwerken, insbesondere auf Instagram, konnten viele Frauen erreicht werden, darunter besonders jüngere Nutzerinnen und Studentinnen. Einblicke in die laufenden Angebote sowie persönliche Ansprache erleichterten den Zugang und führten dazu, dass neue Teilnehmerinnen auf das Projekt aufmerksam wurden. Ergänzend dazu wurde das Projekt bei verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen sichtbar gemacht und in die Stadtgesellschaft getragen.
Die Kombination aus digitaler Ansprache, persönlichen Begegnungen und aufsuchender Arbeit erwies sich insgesamt als sehr wirkungsvoll. Sie trug dazu bei, Hemmschwellen abzubauen und auch Frauen zu erreichen, die bislang wenig Zugang zu vergleichbaren Angeboten hatten. Entscheidend für den Erfolg war zudem die kontinuierliche, vertrauensvolle Begleitung durch das Projektteam, das einen sicheren und wertschätzenden Rahmen schuf.
Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von Frauen geleistet hat. Die Teilnehmerinnen berichten von mehr Selbstvertrauen, einer bewussteren Wahrnehmung eigener Bedürfnisse sowie einer gestärkten Fähigkeit, Grenzen zu setzen und Diskriminierung zu benennen. Gleichzeitig entstanden neue Kontakte, Netzwerke und Formen gegenseitiger Unterstützung.

