Verurteilung des Angriffs auf Türkisch-Islamischen Gemeinde Memmingen e.V. – Zusammenhalt stärken, Verantwortung ernst nehmen

01.05.2026

Mit großer Bestürzung haben wir vom Angriff auf die Moschee Memmingen in der vergangenen Nacht erfahren. Die Beschmierung des Gotteshauses mit einem Schweinekopf und Blut stellt nicht nur eine gezielte Provokation dar, sondern ist ein zutiefst verletzender Akt, der Musliminnen und Muslime in ihrem Sicherheitsgefühl und ihrer Würde angreift.

Die betroffene Gemeinde ist uns aus der Zusammenarbeit im Projekt „ProAktiMO“ am Standort Kempten/Allgäu als engagierter und verlässlicher Partner bekannt. Als eine der islamischen Projektpartner-Gemeinden (IPP) bringt sie sich aktiv für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Dialog und Teilhabe ein. Dieser Einsatz verdient Anerkennung und Schutz – keine Anfeindung.

Wir verurteilen diesen Angriff aufs Schärfste. Solche Taten sind kein Ausdruck von Meinung, sondern Angriffe auf das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft. Sie richten sich nicht nur gegen eine einzelne Gemeinde, sondern gegen die Grundwerte unseres demokratischen Miteinanders.

Gerade vor dem Hintergrund von 20 Jahren Deutsche Islam Konferenz muss die Bekämpfung von antimuslimischem Rassismus konsequent in den Fokus rücken. Dialogformate allein reichen nicht aus, wenn Musliminnen und Muslime weiterhin Ziel von Hass und Gewalt werden. Es braucht klare politische Signale, wirksame Schutzmaßnahmen und eine nachhaltige Unterstützung zivilgesellschaftlicher Akteure.

Unser Projekt „ProAktiMO“, gefördert durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat, zeigt, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen staatlichen Institutionen und muslimischen Organisationen ist, um Vertrauen zu stärken, Teilhabe zu fördern und Radikalisierung wie auch Ausgrenzung entgegenzuwirken. Diese Arbeit darf durch solche Vorfälle nicht geschwächt, sondern muss im Gegenteil weiter gestärkt werden.

Unser Mitgefühl gilt der Gemeinde in Memmingen. Gleichzeitig rufen wir dazu auf, jetzt gemeinsam Haltung zu zeigen: gegen Hass, gegen Ausgrenzung und für eine offene, vielfältige Gesellschaft, in der alle Menschen sicher und respektiert leben können.