wirKEn – Führung durch das Wasserkraftwerk Keselstraße

30.04.2026

Wie entsteht aus Wasser Strom? – Besuch im Wasserkraftwerk Keselstraße in Kempten

Im Rahmen unseres Projekts wirKEn – Wir in Kempten für Nachhaltigkeit und Integration haben wir gemeinsam das AÜW Wasserkraftwerk Keselstraße besucht. Der Ausflug war ein gelungener Einstieg in unser Jahresthema rund um erneuerbare Energien, nachhaltige Städte und regionale Partnerschaften. 

Schon beim Ankommen wurde deutlich: Dieser Ort verbindet Geschichte, Technik und Zukunft. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1852 zurück, als die Mechanische Baumwollspinnerei und -weberei Kempten gegründet wurde. Die Nähe zur Iller war kein Zufall – schon damals nutzte man die Kraft des Wassers, um Maschinen anzutreiben. Über viele Jahrzehnte entwickelte sich der Standort weiter: Neue Kraftwerke wurden gebaut, modernisiert und an heutige Anforderungen angepasst. 

Heute steht hier ein modernes Laufwasserkraftwerk. Das bedeutet: Die Strömung der Iller wird direkt genutzt, um Strom zu erzeugen – ohne große Speicherung. Zwei Kaplanturbinen wandeln die Energie des Wassers in elektrische Energie um. Jedes Jahr werden so rund 10,5 Millionen Kilowattstunden Strom produziert. Das reicht für etwa 3.000 Haushalte. Gleichzeitig werden rund 5.400 Tonnen CO₂ eingespart – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz direkt hier in unserer Region. 

Während der Führung konnten die Teilnehmerinnen die Anlage aus nächster Nähe erleben. Viele Fragen wurden gestellt: Wie funktioniert eine Turbine? Wie kommt der Strom ins Netz? Und warum ist Wasserkraft so wichtig für eine nachhaltige Zukunft? 

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Ökologie. Besonders beeindruckt hat die 76 Meter lange Fischtreppe. Sie hilft Fischen, das Kraftwerk zu überwinden und ihren natürlichen Weg fortzusetzen. Auch ein spezieller Feinrechen schützt die Tiere zusätzlich. So zeigt sich: Moderne Energiegewinnung und Naturschutz können zusammen gedacht werden. 

Neben der Technik spielte auch die Architektur eine Rolle. Das Gebäude wird oft als „gefrorene Welle“ beschrieben und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem pbb Architekturpreis sowie beim Deutschen Architekturpreis. Entworfen wurde es vom Kemptener Büro becker architekten. Heute ist das ehemalige Industrieareal ein lebendiges Quartier für Wohnen und Arbeiten – ein gutes Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung. 

Für uns als wirKEn-Projekt war der Besuch mehr als nur eine Führung. Er hat gezeigt, wie globale Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 ganz konkret vor Ort umgesetzt werden können. Gleichzeitig bot der Ausflug Raum für Austausch, neue Perspektiven und gemeinsames Lernen. 

Unser Fazit: Nachhaltigkeit wird greifbar, wenn man sie vor Ort erlebt. 

Wir freuen uns schon auf die nächsten gemeinsamen Aktivitäten und laden alle Frauen herzlich ein, bei wirKEn mitzumachen! 

ZIELGRUPPE 
Das Angebot richtet sich an Frauen aller Altersgruppen, mit und ohne Migrationsgeschichte. Egal, ob du dich schon viel mit Nachhaltigkeit beschäftigst oder das Thema neu für dich ist – du bist herzlich willkommen! 

FÖRDERUNG  
Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Gesellschaftlichen Zusammenhalts – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden.“ mit Fördermitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat gefördert. #bgzvorort @bamf_bund