wirKEn – Klimakommunikation in der Projektarbeit

20.05.2026

Klimakommunikation in der Projektarbeit – Wie wir leichter über das Klima sprechen können 

Wie sprechen wir über Klima- und Umweltschutz, ohne zu überfordern? Wie erreichen wir Menschen, die sich bislang wenig angesprochen fühlen? Und wie schaffen wir es, dass Nachhaltigkeit nicht abstrakt bleibt, sondern im Alltag ankommt? 

Mit diesen Fragen beschäftigte sich unser Vortrag „Klimakommunikation in der Projektarbeit – Wie wir leichter über das Klima sprechen können“ im Rahmen des Festival der Zukünfte

Als Projekt „wirKEn – Wir in Kempten für Nachhaltigkeit und Integration“ beim Sozialdienst muslimischer Frauen Kempten (SmF) konnten wir Einblicke in unsere praktische Arbeit geben – und zeigen, wie Klimakommunikation gelingen kann: alltagsnah, dialogisch und niedrigschwellig

Klimakommunikation beginnt bei den Menschen 

Oft wird über Klimaschutz vor allem in Zahlen, Szenarien oder politischen Maßnahmen gesprochen. Doch unsere Erfahrung aus der Projektarbeit zeigt: Menschen verändern ihr Verhalten selten aufgrund von Fakten allein. 

Was Menschen bewegt, sind Beziehungen, Erfahrungen und konkrete Anknüpfungspunkte im eigenen Leben. 

Deshalb sprechen wir bei wirKEn nicht zuerst über den Klimawandel – sondern über Themen, die Menschen unmittelbar betreffen: 

Gesundheit. Ernährung. Mobilität. Konsum. Gemeinschaft. 

Denn die Frage lautet oft nicht: „Wie rette ich das Klima?“ 

Sondern vielmehr: „Wie kann ich gut leben – heute und auch in Zukunft?“ 

Genau hier setzt unsere Klimakommunikation an. 

Nicht über Menschen sprechen – sondern mit ihnen. 

Ein zentraler Gedanke unseres Vortrags war: Klimakommunikation ist Beziehungsarbeit. 

Das bedeutet: Wir arbeiten dialogisch statt belehrend

Wir sprechen nicht über Menschen und ihre vermeintlich „falschen“ Entscheidungen. 
Wir sprechen mit Menschen – über ihre Lebensrealitäten, ihre Sorgen, Werte und Möglichkeiten. 

Gerade in unserer Arbeit mit Frauen unterschiedlicher Herkunft, Sprache und Lebensrealitäten zeigt sich, wie wichtig Vertrauen und gegenseitiges Zuhören sind. 

Viele Teilnehmerinnen begegnen Nachhaltigkeit zunächst nicht über Fachbegriffe wie „Dekarbonisierung“ oder „Klimaneutralität“, sondern über ganz konkrete Alltagsfragen: 

  • Wie spare ich Energie zuhause?  
  • Wie kann ich günstig und gesund kochen?  
  • Was brauche ich wirklich?  
  • Wie kann ich nachhaltig leben, ohne mich eingeschränkt zu fühlen?  

Unsere Aufgabe ist es deshalb, komplexe Themen verständlich zu übersetzen

Nicht zu vereinfachen – sondern zugänglich zu machen. 

Nachhaltigkeit muss erlebbar werden 

Im Vortrag wurde deutlich: Theorie allein reicht nicht. 

In unserem Projekt verbinden wir Gespräche immer mit praktischen Erfahrungen. 

Ob Yoga, Walking oder Bouldern im Modul „Gesundheit & Wohlergehen“, Gesprächsrunden zu nachhaltigem Konsum oder Fahrradkurse für Anfängerinnen – wir erleben immer wieder: 

Handeln schafft Bewusstsein. 

Menschen müssen Nachhaltigkeit erleben dürfen. 

Ein Beispiel ist unser entstehendes Klimakochbuch, das aus Gesprächen über gesunde und nachhaltige Ernährung entstanden ist. Teilnehmerinnen teilen darin Rezepte aus ihren Herkunftsländern, Alltagstipps und persönliche Erfahrungen. 

So entsteht Nachhaltigkeit nicht als Verzicht, sondern als gemeinsames Lernen. 

Eine neue Zielgruppe erreicht 

Besonders gefreut hat uns, dass wir mit dieser Veranstaltung eine ganz neue Zielgruppe erreichen konnten. 

Unter den Teilnehmenden waren viele Menschen aus anderen Initiativen, Projekten und Gruppen, die sich bereits für Klima- und Umweltthemen engagieren – gleichzeitig aber das Gefühl haben, ihre Zielgruppen noch nicht wirklich zu erreichen. 

Viele stellten sich ähnliche Fragen: 

Wie sprechen wir Menschen an, ohne zu belehren? 
Wie schaffen wir echte Beteiligung? 
Wie kommen wir ins Gespräch? 

Gerade hier konnten wir unsere Erfahrungen aus der Projektarbeit teilen. 

Denn eines wurde deutlich: 
Klimakommunikation funktioniert dann gut, wenn sie nah am Alltag der Menschen bleibt

Feedback, das Mut macht 

Das Feedback der Teilnehmenden hat uns sehr gefreut und gezeigt, wie relevant das Thema ist. 

So hörten wir unter anderem: 

„Ich habe heute verstanden, dass Klimakommunikation viel mehr mit Beziehung zu tun hat als mit Fakten.“ 

„Es war inspirierend zu sehen, wie niedrigschwellig Nachhaltigkeit vermittelt werden kann.“ 

„Ich nehme viele Ideen für meine eigene Arbeit mit.“ 

Besonders schön war die Rückmeldung, dass viele Teilnehmende sich nach dem Vortrag ermutigt fühlten, neue Wege in ihrer eigenen Kommunikation auszuprobieren. 

Nicht über den Weltuntergang sprechen – sondern über das gute Leben 

Eine zentrale Botschaft des Vortrags war: 

Wir sprechen nicht über Angst, sondern über Möglichkeiten

Nicht darüber, was alles falsch läuft. 
Sondern darüber, wie wir gemeinsam Zukunft gestalten können. 

Wir reden nicht vom Weltuntergang, sondern davon, wie wir auch in Zukunft gut leben können

Denn Klimakommunikation gelingt dann, wenn sie: 

  • menschlich ist  
  • lebensnah bleibt  
  • Menschen ernst nimmt  
  • und Lust auf Veränderung macht  

Oder, wie wir es im Vortrag zusammengefasst haben: 

„Klimakommunikation heißt: Menschen zum Mitdenken, Mitfühlen und Mitmachen bewegen.“ 

ÜBER DAS FESTIVAL DER ZUKÜNFTE 

Das Festival der Zukünfte bringt Menschen zusammen, macht nachhaltige Ideen erlebbar und inspiriert mit Workshops, Kunst, Musik und Gästen aus der Region und darüber hinaus. Das Festival ist eine Initiative der Gemeinwohl-Gesellschaft e.V. 

LINK zur Homepage: https://festival-der-zukuenfte.de/ 

UNSERE PROJEKTFÖRDERUNG 

Das Projekt “WirKEn – Wir in Kempten für Nachhaltigkeit und Integration” wird im Rahmen des Bundesprogramms „Gesellschaftlichen Zusammenhalts – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden.“ mit Fördermitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat gefördert. #bgzvorort @bamf_bund 

UNSERE ZIELGRUPPE 

Das Angebot richtet sich an Frauen aller Altersgruppen, mit und ohne Migrationsgeschichte. Egal, ob du dich schon viel mit Nachhaltigkeit beschäftigst oder das Thema neu für dich ist – du bist herzlich willkommen!