wirKEn – Frau & Beruf: Wiedereinstieg nach der Elternzeit 

26.02.2026

Chancen und Möglichkeiten im Überblick 
Rückblick auf unsere Veranstaltung am 25.02.2026 

Viele Frauen folgten unserer Einladung zu einer Veranstaltung rund um Wiedereinstieg und berufliche Neuorientierung. Gemeinsam mit Christina Zahnow, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, haben wir zentrale Fragen geklärt, Unsicherheiten angesprochen und konkrete Wege aufgezeigt. 

Warum sind die Teilnehmerinnen gekommen? 

Zu Beginn stand der Austausch: 
Warum bin ich heute hier? Welche Themen bewegen mich? 

Genannt wurden unter anderem: 

  • Berufliche Umorientierung nach Insolvenz des Arbeitgebers 
  • Aktuelle Anforderungen an Bewerbungen (Braucht es noch ein Foto?) 
  • Welche Fragen darf ein Arbeitgeber stellen? 
  • Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen 
  • Wiedereinstieg nach Familienzeit 

Deutlich wurde: Viele Frauen stehen an einem Wendepunkt. Und sie sind damit nicht allein. 

Arbeitswelt im Wandel – und was das bedeutet 

Ein zentrales Thema war der Umbruch der Arbeitswelt. 
40 Jahre im gleichen Beruf beim selben Arbeitgeber – dieses Modell wird immer seltener. Wirtschaftliche Krisen, globale Entwicklungen und strukturelle Veränderungen beeinflussen den Arbeitsmarkt. 

Gleichzeitig gilt: 
Unternehmen suchen Fachkräfte. Viele gut ausgebildete Babyboomer (Jahrgänge 1950–1969) gehen in den Ruhestand. Es entstehen neue Chancen. 

Berufliche Veränderungen sind kein Scheitern. Sie sind Entwicklung. 
Statt von „Brüchen“ im Lebenslauf können wir von ÜbergängenNeuausrichtungen oder Lernphasen sprechen. 

Unterstützung durch die Arbeitsagentur – mehr als nur Jobsuche 

Ein wichtiger Impuls: Die Arbeitsagentur ist nicht nur für Arbeitslosigkeit zuständig. 

Die Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen bietet: 

  • Beratung zur beruflichen Neuorientierung 
  • Unterstützung beim Wiedereinstieg 
  • Informationen zu Umschulungen und Fördermöglichkeiten 
  • Beratung zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse 

Termine können online vereinbart werden (Wartezeit teilweise ca. vier Wochen). 
Wichtig: Beratung ist freiwillig, vertraulich und individuell. 

Ein zentrales Angebot ist die Berufsberatung im Erwerbsleben der Bundesagentur für Arbeit. 

Wie finde ich heraus, welcher Beruf zu mir passt? 

Impulse aus dem Vortrag: 

  • Was interessiert mich wirklich? 
  • Welche Kompetenzen bringe ich mit – auch aus Familienzeit oder Ehrenamt? 
  • Ein Praktikum kann Orientierung geben. 
  • Online-Tools helfen bei der Selbsteinschätzung, z. B. über das Portal mein NOW. 
  • Netzwerken ist entscheidend – viele Stellen werden über Kontakte vergeben (Stichwort „verdeckter Arbeitsmarkt“). 

Bewerbung heute – worauf kommt es an? 

Die wichtigsten Punkte: 

  • Lebenslauf in umgekehrt chronologischer Reihenfolge (das Neueste zuerst) 
  • Keine unerklärten Zeiträume – Übergänge benennen 
  • Foto möglich, aber keine Pflicht 
  • Anschreiben: Warum diese Stelle? Warum ich? 
  • Zeugnisse gezielt auswählen (relevante, nicht alle) 
  • Persönlicher Kontakt (z. B. Anruf) kann Türen öffnen 

Wichtig: 
Arbeitssuchend sein ist nichts Negatives. 
Und Fragen zu Familienplanung oder Kinderzahl sind im Bewerbungsgespräch nicht zulässig. 

Anerkennung von Abschlüssen 

Für viele Teilnehmerinnen war die Frage entscheidend: 
Kann ich meinen im Ausland erlernten Beruf in Deutschland ausüben? 

Hier wurde auf das Informationsportal der Bundesregierung Anerkennung in Deutschland verwiesen. 

Bei geringem Einkommen kann ein Anerkennungszuschuss geprüft werden. 
Regionale Beratung bietet zudem Tür an Tür in Augsburg. 

Fazit der Veranstaltung

Der Austausch war offen, ehrlich und stärkend. 
Viele Frauen nahmen mit: 

  • Ich darf neu anfangen. 
  • Mein Lebensweg ist kein Hindernis. 
  • Ich habe Kompetenzen – auch wenn mein Weg nicht geradlinig war. 
  • Es gibt Unterstützung. 

Genau darum geht es in unserem Projekt wirKEn beim SmF Kempten: 
Information zugänglich machen, Hürden abbauen und Frauen ermutigen, ihren eigenen beruflichen Weg selbstbewusst zu gestalten. 

ZIELGRUPPE  
Das Angebot richtet sich an Frauen aller Altersgruppen, mit und ohne Migrationsgeschichte. Egal, ob du dich schon viel mit Nachhaltigkeit beschäftigst oder das Thema neu für dich ist – du bist herzlich willkommen!  
 
FÖRDERUNG  
Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Gesellschaftlichen Zusammenhalts – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden.“ mit Fördermitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat gefördert. #bgzvorort @bamf_bund