Frauenfrühstück – Gemeinsam ins Gespräch kommen. Austausch. Begegnung. Miteinander.
Unser erstes Frauenfrühstück in diesem Jahr war geprägt von Offenheit, Interesse und vielen neuen Gesichtern. Einige Teilnehmerinnen kannten wir bereits aus der Infoveranstaltung, andere waren zum ersten Mal bei wirKEn. Die Mischung aus vertrauten und neuen Frauen sorgte von Beginn an für eine lebendige und wertschätzende Atmosphäre.
Projektvorstellung und gemeinsamer Rahmen
Zu Beginn stellten wir das Projekt wirKEn – Wir in Kempten für Nachhaltigkeit und Integration vor. Im Mittelpunkt stehen Begegnung, Teilhabe und die Ziele der Agenda 2030. Wir zeigten auf, wie diese globalen Ziele in unseren Veranstaltungen aufgegriffen und auf den Alltag vor Ort übertragen werden.
Unser Ansatz: Große Themen wie Nachhaltigkeit, Frieden, Energie oder Gerechtigkeit werden dann greifbar, wenn sie mit persönlichen Erfahrungen, regionalen Gegebenheiten und konkreten Fragen verknüpft werden.
Hoher Gesprächsbedarf – nicht allein sein
Bereits in der Vorstellungsrunde wurde deutlich, wie groß der Wunsch nach Austausch ist. Viele Frauen äußerten, dass sie sich in ihrer Rolle als Frauen und Mütter häufig isoliert fühlen. Der Alltag lasse wenig Raum für echte Gespräche, für das Teilen von Sorgen, aber auch von Freuden.
Die Teilnehmerinnen sprachen sich klar dafür aus, dass sie solche Formate brauchen. Der Austausch mache sichtbar, dass Frauen oft ähnliche Herausforderungen erleben – unabhängig von Herkunft oder Lebenssituation. Zu hören, dass andere ähnliche Fragen, Zweifel oder Belastungen kennen, wirke entlastend. Gleichzeitig eröffneten die Gespräche neue Perspektiven und mögliche Lösungswege. Das Gefühl, nicht allein zu sein, sich gegenseitig zu stützen und voneinander zu lernen, wurde von vielen als besonders wertvoll beschrieben.



Gesprächskarten als Türöffner
Um den Austausch zu vertiefen, arbeiteten wir mit Gesprächskarten. Die Fragen luden dazu ein, persönliche Gedanken zu teilen und gleichzeitig gesellschaftliche Themen anzusprechen.
Auf die Frage „Was wünsche ich mir?“ wurden sehr grundlegende Anliegen genannt:
Weltfrieden. Ein Ende des Krieges in der Ukraine und aller Kriege. Immer wieder kam die Frage auf, wozu Kriege gut seien und wer davon profitiere – verbunden mit der klaren Feststellung, dass am Ende vor allem Menschen leiden.
Ein prägnantes Zitat aus der Runde brachte diese Gedanken auf den Punkt:
„Wir haben nur eine Welt. Wir brauchen keine Kriege. Unser Planet hat andere Probleme. Darum müssen wir uns kümmern.“
Bei der Frage „Was macht mich glücklich?“ richtete sich der Blick auf die kleinen Dinge: Morgens in Ruhe einen Kaffee trinken. Sonnenschein. Ein gutes Brot. Momente der Stille und des Genusses im Alltag.
Auch kulturelle Hintergründe wurden sichtbar. Bei der Frage nach der Lieblingsfarbe nannten Frauen Pink – „weil es weiblich ist“ – und Grün, „weil diese Farbe in meiner Heimat Tunesien Glück bedeutet“. Solche Beiträge machten die Vielfalt innerhalb der Gruppe spürbar.
Zukunftswünsche fanden ebenfalls Raum. Beim Thema Urlaub wurden Ziele wie Bali oder Abu Dhabi genannt, oft verbunden mit dem Wunsch, nicht alleine zu reisen.
Regionalität, Energie und bewusster Konsum
Im weiteren Verlauf sammelten wir Ideen für kommende Veranstaltungen. Der Fokus auf Energie und Regionalität stieß auf großes Interesse. Viele Frauen möchten besser verstehen, wie Strom erzeugt wird, welche regionalen Möglichkeiten es gibt und wie nachhaltige Energie im Alltag umgesetzt werden kann.
Auch beim Thema Ernährung wurde Regionalität konkret diskutiert. Mehrere Teilnehmerinnen äußerten den Wunsch, bewusster Fleisch zu konsumieren. Die Haltung war klar: Wenn man schon auf Fleisch verzichtet oder es reduziert, dann sollte die Ausnahme hochwertig sein. Genannt wurden der Einkauf bei regionalen Erzeuger:innen oder auf dem Wochenmarkt als bewusste Alternativen zum anonymen Konsum.
Austausch in kleinen Gruppen
Zum Abschluss kamen die Teilnehmerinnen in kleineren Gruppen mit Mitarbeiterinnen des Projekts ins Gespräch. Diese Phase war geprägt von intensiven Dialogen, gegenseitiger Unterstützung und ersten Ideen für zukünftige Angebote. Neue Kontakte entstanden, Gespräche wurden vertieft.
Mehrwert des Frauenfrühstücks
Das Frauenfrühstück bietet:
- einen geschützten Raum für offene Gespräche
- Austausch über gemeinsame Freuden und Herausforderungen
- neue Perspektiven und gegenseitige Unterstützung
- Informationen zu gesellschaftlichen und regionalen Themen
- die Möglichkeit, zukünftige Angebote aktiv mitzugestalten
Wir treffen uns ab sofort alle zwei Wochen mittwochs. Neue Teilnehmerinnen sind jederzeit willkommen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Entscheidend ist die Bereitschaft, zuzuhören, mitzudenken und Teil einer offenen Gemeinschaft zu sein.
Wir freuen uns auf weitere Begegnungen und darauf, gemeinsam Themen zu bewegen, die uns alle betreffen – hier vor Ort und darüber hinaus.
ZIELGRUPPE
Das Angebot richtet sich an Frauen aller Altersgruppen, mit und ohne Migrationsgeschichte. Egal, ob du dich schon viel mit Nachhaltigkeit beschäftigst oder das Thema neu für dich ist – du bist herzlich willkommen!
FÖRDERUNG
Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Gesellschaftlichen Zusammenhalts – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden.“ mit Fördermitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat gefördert. #bgzvorort @bamf_bund

