BAmR · SmF Freiburg
Beratungsstelle Antimuslimischer Rassismus
Wir stehen an der Seite von Menschen, die antimuslimischen Rassismus erleben — mit kostenfreier Beratung, geschütztem Austausch und Aufklärung.
Erste
Beratungsstelle in Freiburg speziell zu antimuslimischem Rassismus
Kostenlos
und vertraulich — Beratung auf Augenhöhe
6 Sprachen
dazu Dolmetschende für alle weiteren
Austausch
Gruppentreffen für Betroffene, zweimal im Monat
Über BAmR
Herzlich willkommen bei der Beratungsstelle Antimuslimischer Rassismus Freiburg!
Wir leben in einer ethnisch und religiös vielfältigen Gesellschaft, die durch diese Vielfalt bereichert wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Menschen die gleiche Behandlung erfahren. Rassismus ist historisch tief in unserer Gesellschaft verankert. Nicht alle seine Formen werden ausreichend berücksichtigt — darunter antimuslimischer Rassismus, von dem häufig muslimisch gelesene Personen betroffen sind. Deshalb bekämpfen wir diese Form von Diskriminierung auf individueller, institutioneller, gesellschaftlicher und ideologischer Ebene. Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen die gleichen Rechte und dieselbe Würde erfahren.
Wo Diskriminierung sichtbar wird
- Ämter und Behörden
- Arbeitsmarkt und Bewerbung
- Arbeitsplatz
- Kinderbetreuung und Bildung
- Wohnungssuche
- Öffentlicher Raum
- Justiz und Polizei
Deshalb haben wir in Freiburg die erste Beratungsstelle eingerichtet, die sich gezielt mit antimuslimischem Rassismus auseinandersetzt. Träger ist der Sozialdienst muslimischer Frauen Freiburg e.V.
Unser Team
Unser Team besteht aus Menschen mit Migrationshintergrund, die ihre eigenen Erfahrungen mit Diskriminierung reflektieren. Antimuslimischer Rassismus ist häufig mit anderen Formen von Diskriminierung verknüpft, und viele Betroffene werden mehrfach diskriminiert. Deshalb arbeiten wir mehrdimensional und intersektional. Die Mehrsprachigkeit unseres Teams und ähnliche Lebenserfahrungen stärken das Vertrauen unserer Klientinnen und Klienten. Wir bieten professionelle Peer-Beratung an und begleiten Betroffene, wenn sie gegen erlebten Rassismus vorgehen möchten.
Wir stehen auf der Seite der Menschen, die Diskriminierung erfahren, und unterstützen sie in ihrer Selbstbestimmung und auf ihrem individuellen Weg, sich für ihre Rechte einzusetzen.
Unsere Ziele
Prävention und Aufklärung stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit.
- Betroffene von antimuslimischem Rassismus stärken und ihre Resilienz erhöhen
- Ihre Stimmen in der Öffentlichkeit hörbar und sichtbar machen, besonders auf lokaler und politischer Ebene
- Bewusstsein und Sensibilität für ihre Situation in Freiburg und darüber hinaus schärfen
- Gut mit Behörden und Beratungsstellen vernetzt sein, damit Hilfesuchende an die richtige Stelle kommen
Angebote
-
Beratung
Einzelberatung in einem geschützten Raum für alle, die Diskriminierung oder antimuslimischen Rassismus erlebt haben.
-
Gruppenaustausch
Zweimal im Monat: Erfahrungen in einem sicheren Umfeld teilen, gemeinsam nachdenken und sich gegenseitig unterstützen.
-
Veranstaltungen
Podiumsdiskussionen, Workshops und Vorträge, die Betroffene sichtbar machen und Antidiskriminierungsarbeit voranbringen.
So läuft die Beratung ab
In unserer Beratung schaffen wir einen sicheren Raum, in dem Ratsuchende über ihre rassistischen Erfahrungen sprechen können. Wir klären über bestehende Rechte auf und entwickeln gemeinsam eine geeignete Handlungsstrategie. Wenn Ratsuchende aktiv werden möchten, unterstützen wir sie etwa beim Erstellen einer Anzeige und führen Gespräche mit den zuständigen Stellen. Bei Bedarf vermitteln wir an juristische Vertreter*innen und spezialisierte Fachstellen weiter.
Unsere Beratungsgrundsätze
- Die Beratung ist kostenfrei.
- Anliegen werden vertraulich und in einer geschützten Atmosphäre behandelt.
- Unsere Beratung orientiert sich am Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG).
- Wir klären über Rechte auf und stehen auf der Seite der Ratsuchenden.
- Handlungsstrategien entwickeln wir gemeinsam — und setzen sie nur mit Ihrem Einverständnis um.
- Wir begegnen Ratsuchenden auf Augenhöhe und nehmen ihre Erlebnisse ernst.
- Diskriminierungssensible Sprache ist uns wichtig.
- Durch professionalisierte Peer-Beratung unterstützen wir Selbststärkung und Resilienz.
- Wir sind gut vernetzt und vermitteln an passende Angebote und ergänzende Beratungsstellen.
Beratung in Ihrer Sprache
- Deutsch
- Englisch
- Arabisch
- Türkisch
- Bosnisch
- Mazedonisch
Für andere Sprachen organisieren wir Dolmetscher*innen.
Was ist antimuslimischer Rassismus?
Eine Form von Rassismus, die sich gegen Muslim*innen oder als solche wahrgenommene Personen richtet — getragen von Verhalten ebenso wie von historischen und gesellschaftlichen Strukturen.
Essenzialisierung und Rassifizierung
Im modernen Rassismus haben „Kultur“ und „Religion“ die frühere biologistische Vorstellung von „Rasse“ ersetzt; man spricht von Kulturrassismus oder Neo-Rassismus. Ein zentraler Mechanismus ist die Essenzialisierung: Menschen werden aufgrund eines Merkmals wie ihrer Religion als homogene Gruppe konstruiert, der pauschal meist negative Eigenschaften zugeschrieben werden — „Sie sind alle gleich“. Ob eine Person tatsächlich religiös ist oder wie sie ihren Glauben lebt, spielt dabei keine Rolle. Entscheidend ist, wie die Mehrheitsgesellschaft sie wahrnimmt.
So entsteht eine Trennung zwischen „uns“ und „den Anderen“. Diesen Prozess des „Othering“ nennt man Rassifizierung: Muslim*innen werden als „die Anderen“ dargestellt und oft als minderwertig angesehen — was Ausgrenzung rechtfertigt und zugleich die Privilegien der Mehrheitsgesellschaft sichert.
Vier Ebenen
-
Individuell
Beleidigungen, Bedrohungen und körperliche Angriffe im Alltag — oft aufgrund von Erscheinungsbild oder Namen.
-
Institutionell
Unfaire Praktiken in Schulen, Behörden oder am Arbeitsplatz, ungleiche Ressourcen, fehlende Anerkennung von Qualifikationen.
-
Strukturell
Gesetze und politische Maßnahmen, die Muslim*innen oft indirekt benachteiligen.
-
Diskursiv
Mediale Darstellungen, die Muslim*innen mit Gewalt, Rückständigkeit oder Integrationsunwilligkeit verbinden.
Historische und gesellschaftliche Kontexte
Der Begriff geht über religionsbasierte Diskriminierung hinaus. Er beschreibt tief verwurzelte Prozesse, die eng mit der Geschichte Europas und dem Erbe des Kolonialismus verbunden sind, in dem Muslim*innen häufig als „Andere“ und als Bedrohung für die europäische Identität konstruiert wurden.
Folgen und Auswirkungen
Betroffene erleben psychischen und physischen Stress, soziale Ausgrenzung und Benachteiligung. Das führt oft zu Entfremdung, erschwert die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und beeinträchtigt Selbstwertgefühl und Lebensqualität erheblich.
Vorfall melden & Kontakt
Sie haben antimuslimischen Rassismus erlebt oder beobachtet? Melden Sie den Vorfall — oder sprechen Sie direkt mit uns.
Unsere Projektleiterin Firdevs Bahadir erreichen Sie unter +49 157 55197477 (Beratung auf Deutsch, Englisch und Türkisch) oder per E-Mail an f.bahadir@smf-verband.de.
Beiträge aus dem Projekt
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Am 1. Juli fand unsere diesjährige Jahresveranstaltung unter dem Titel „Mit uns – statt über uns: Podiumsdiskussion Antimuslimischer Rassismus im…
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Gemeinsam gegen antimuslimischen Rassismus – Workshop mit einer Frauengruppe in Freiburg
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