Vortrag im Rahmen der Frauenaktionstage 2026
Im Rahmen der Frauenaktionstage in Kempten beteiligte sich das Projekt wirKEn – Wir in Kempten für Nachhaltigkeit und Integration vom Sozialdienst muslimischer Frauen Kempten mit einem Vortrag zum Thema „Frauenrechte, Feminismus und Freiheit – Sind wir wirklich alle gleich?“. Anlass war der Internationale Weltfrauentag, der in diesem Jahr unter dem Motto „Rechte. Gerechtigkeit. Handeln. Für alle Frauen und Mädchen“ stand.


Viele Frauen unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Lebensgeschichten kamen zusammen, um sich mit der Entwicklung von Frauenrechten, mit Gleichstellung und mit der Frage zu beschäftigen: Wie frei sind wir eigentlich heute?


Ein Blick in die Geschichte
Zu Beginn der Veranstaltung stand ein kurzer historischer Überblick. Ausgehend von den ersten Frauenbewegungen im 19. Jahrhundert wurde deutlich, wie lang der Weg zu vielen Rechten war, die heute selbstverständlich erscheinen: Zugang zu Bildung, politische Teilhabe oder die Möglichkeit, beruflich unabhängig zu sein.
Viele Teilnehmerinnen waren überrascht, wie jung einige dieser Rechte tatsächlich sind. Eine Teilnehmerin sagte nach diesem Teil des Vortrags: „Mir war gar nicht bewusst, dass verheiratete Frauen erst seit 1977 ohne Zustimmung ihres Mannes arbeiten dürfen. Das ist ja noch gar nicht so lange her.“



Raten, diskutieren, gemeinsam lernen
Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war ein interaktives Kartenspiel. Die Teilnehmerinnen konnten gemeinsam raten, wann wichtige Meilensteine der Frauenrechte stattgefunden haben – zum Beispiel wann Frauen wählen durften oder wann sie Zugang zu Universitäten erhielten.
Das sorgte für viele Aha-Momente und lebendige Gespräche. Eine Teilnehmerin fasste ihre Überraschung so zusammen: „Ich hätte gedacht, dass vieles viel früher passiert ist. Das zeigt mir, wie wichtig es ist, sich mit dieser Geschichte zu beschäftigen.“


Austausch und Gespräche in der Pause
In der Pause nutzten viele Frauen die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Es wurde intensiv diskutiert, Erfahrungen wurden geteilt und unterschiedliche Perspektiven eingebracht.
Gerade dieser Austausch machte deutlich, dass Gleichstellung viele Lebensbereiche berührt und jede Frau eigene Erfahrungen mitbringt.
Eine Teilnehmerin formulierte es so: „Solche Gespräche tun gut. Man merkt, dass viele ähnliche Erfahrungen machen – auch wenn unsere Lebenswege unterschiedlich sind.“
Gleichberechtigung auf dem Papier – Ungleichheit im Alltag
Im zweiten Teil des Vortrags ging es um die Gegenwart. Zwar sind Frauen und Männer rechtlich gleichgestellt, doch im Alltag zeigen sich weiterhin Unterschiede.
Gemeinsam wurde über Themen gesprochen wie:
- den Gender Pay Gap
- die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit
- Frauen in Führungspositionen und in der Politik
- sowie über alltägliche Rollenbilder
Diese Punkte führten zu einer offenen Diskussion darüber, warum Gleichstellung trotz gesetzlicher Regelungen noch nicht überall Realität ist.
Frauenrechte weltweit
Anschließend wurde der Blick über Deutschland hinaus geweitet. Frauenrechte entwickeln sich weltweit sehr unterschiedlich. In einigen Ländern gibt es wichtige Fortschritte, während in anderen Regionen Frauen weiterhin mit großen Einschränkungen kämpfen oder sogar Rückschritte erleben.
Dabei wurde deutlich: Politische Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Entwicklungen und gesellschaftliche Normen beeinflussen stark, welche Möglichkeiten Frauen haben.
Errungenschaften unter Druck
Zum Abschluss wurde auch ein Blick auf aktuelle Entwicklungen geworfen. Frauenrechte sind kein abgeschlossenes Kapitel. In vielen Ländern stehen Fragen der Gleichstellung und Selbstbestimmung weiterhin unter Druck – etwa durch antifeministische Bewegungen oder durch digitale Angriffe auf Frauen im öffentlichen Raum.
Gerade deshalb bleibt es wichtig, über diese Themen zu sprechen und Räume für Austausch und gegenseitige Stärkung zu schaffen.
Gleichstellung bleibt eine gemeinsame Aufgabe
Der Abend machte deutlich: Gleichstellung ist kein Zustand, der einmal erreicht und dann für immer gesichert ist. Sie ist ein gesellschaftlicher Prozess, an dem wir alle beteiligt sind.
Die große Beteiligung und das lebendige Interesse der Teilnehmerinnen zeigten, wie wichtig Veranstaltungen sind, die Wissen vermitteln, zum Nachdenken anregen und gleichzeitig Raum für Begegnung und Austausch schaffen.
ZIELGRUPPE
Das Angebot richtet sich an Frauen aller Altersgruppen, mit und ohne Migrationsgeschichte. Egal, ob du dich schon viel mit Nachhaltigkeit beschäftigst oder das Thema neu für dich ist – du bist herzlich willkommen!
FÖRDERUNG
Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms „Gesellschaftlichen Zusammenhalts – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden.“ mit Fördermitteln des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat gefördert. #bgzvorort @bamf_bund

