Vom 26. bis zum 29. April besuchte der Sozialdienst muslimischer Frauen Stuttgart im Rahmen einer politischen Reise, auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Simone Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) die Bundeshauptstadt. Ziel der viertägigen Reise war es, parlamentarische Entscheidungsprozesse nachzuvollziehen, sich mit der jüngeren deutschen Geschichte auseinanderzusetzen und in den direkten politischen Austausch zu treten.

Zentraler Programmpunkt war der Besuch des Deutschen Bundestags am Montag, mit einer Führung gefolgt von einer ausführlichen Diskussionsrunde mit Frau Simone Fischer. Frau Fischer betonte die Relevanz des direkten Kontakts zu zivilgesellschaftlichen Akteuren wie beispielsweise dem SmF-Stuttgart. Im Fokus des Gesprächs standen aktuelle gesellschaftspolitische Herausforderungen.
Die Debatte verdeutlichte den wachsenden politischen Druck auf Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Aktuelle Einsparungen stellen eine fundamentale Existenzbedrohung für die essenzielle Arbeit demokratischer Projekte vor Ort dar. Angesichts der bestehenden gesellschaftlichen Polarisierung sei die Stärkung von Initiativen dringender denn je. Abgerundet wurden die Eindrücke im Parlament durch einen Fototermin und die Besichtigung der Reichstagskuppel.
Das Rahmenprogramm der Reise bot vertiefende Einblicke in die politische Struktur und die Geschichte des Landes. Dazu gehörten Informationsgespräche im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie in der Landesvertretung Baden-Württemberg. Eine zweiteilige Stadtrundfahrt half dabei, die komplexe Architektur der Hauptstadt zu erfassen.
Zudem wurde der Erinnerungskultur großer Raum gegeben: Führungen durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen (das ehemalige zentrale Untersuchungsgefängnis der Stasi) sowie entlang der Gedenkstätte Berliner Mauer verdeutlichten die deutsche Teilung und Diktaturerfahrung. Am Abreisetag bildete der Besuch des Denkmals für die ermordeten Juden Europas einen reflexiven Abschluss der Reise.
Aysun Pekal, Vorstandsvorsitzende des SmF-Stuttgart betont „Besonders der Austausch mit Simone Fischer haben nochmals verdeutlicht, dass politische Prozesse in Berlin auf die Impulse der Praxis angewiesen sind, um gesellschaftliche Realitäten wirksam abzubilden. Es ist genau diese Brückenfunktion, die der Sozialdienst muslimischer Frauen seit jeher fördert – den Transfer von der Basis in die Politik.“
Ein Dankeschön, das bleibt.
An dieser Stelle gilt unser besonderer Dank Frau Simone Fischer für die Einladung, die hervorragende Organisation und den offenen Dialog zu drängenden gesellschaftlichen Fragen.
Mit frischen Impulsen und geschärftem Blick zurück im ‚Ländle‘, ist für die Gruppe klar: Zivilgesellschaftliches Engagement endet nicht an der Spree – wir bringen die demokratische Teilhabe nun mit noch mehr Entschlossenheit in unsere Heimat.

