Gesichter, die Geschichten erzählen. Objekte, die Zeitgeschichte greifbar machen
Am 24. April 2026 fand die feierliche Eröffnung der Ausstellung „Muslimisches Leben in Stuttgart“ statt, bei der auch der Sozialdienst muslimischer Frauen Stuttgart vertreten war. Den offiziellen und feierlichen Auftakt im Rathaus bildete die Eröffnungsrede von Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales, Gesundheit und Integration der Landeshauptstadt Stuttgart, die das Projekt als wichtigen Meilenstein für das städtische Zusammenleben würdigte.
In ihrer Rede hob die Bürgermeisterin, als starkes Beispiel für vielfältiges gesellschaftliches Engagement, den Sozialdienst muslimischer Frauen Stuttgart hervor. Um zu veranschaulichen, wie diese breite Aufstellung in der Praxis aussieht, verwies sie auf die wertvolle Arbeit des Vereins mit Ukrainer*innen.
Die Ausstellung rückt die vielfältigen Realitäten einer pluralen Gesellschaft direkt in das Licht der Öffentlichkeit. Nicht als abstrakte Erzählung, sondern als eine tiefgründige Dokumentation lokaler Geschichte. Neben ausdrucksstarken Porträts, machen sorgfältig ausgewählte Exponate als materielle Zeugen die lange Geschichte muslimischen Lebens greifbar. Sie veranschaulichen die gesellschaftliche Entwicklung und die tiefe Verwurzelung muslimischen Lebens in der Region – angefangen bei der ersten Generation der sogenannten Gastarbeiter*innen über ihre Nachkommen bis hin zu den gestaltenden Akteur*innen der Gegenwart.
Eines der Gesichter der Ausstellung gehört Aysun Pekal. Als Vorstandsvorsitzende des SmF Stuttgart steht ihr Porträt stellvertretend für das unermüdliche zivilgesellschaftliche Engagement muslimischer Frauen innerhalb der Kommune. Ihre Botschaft ist präzise und zukunftsweisend:
„Nur mit struktureller Förderung, echter Augenhöhe und einem Nachteilsausgleich können muslimische Organisationen die Qualität und Nachhaltigkeit ihrer Arbeit sichern.“
Ein eindringliches Plädoyer, muslimische Träger in der Sozial- und Wohlfahrtsarbeit nicht nur anzuerkennen, sondern sie als gleichberechtigte, institutionell abgesicherte Partner der Stadtgesellschaft zu begreifen. Denn muslimisches Leben prägt Stuttgart nicht nur historisch, sondern gestaltet die soziale Gegenwart der Stadt aktiv mit.
Die Ausstellung wurde initiiert von der Abteilung Integrationspolitik der Landeshauptstadt Stuttgart, dem Muslimischen Netzwerk Stuttgart sowie der Eugen-Biser-Stiftung. Die Realisierung dieses wichtigen Beitrags zur Erinnerungskultur ermöglichte die Förderung der Robert Bosch Stiftung.
Die Geschichte wird weitergeschrieben – und sie hat nun für einige Wochen einen prominenten Platz gefunden. Bis zum 21. Mai 2026 stehen die Türen der Ausstellung im Stuttgarter Rathaus offen. Alle Interessierten sind eingeladen, diese Lebensrealitäten aus nächster Nähe zu entdecken.

