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Muslimische Wohlfahrtsarbeit stärken

Vom 5. bis zum 7. April 2019 veranstaltete der Sozialdienst muslimischer Frauen - SmF e.V. im Darmstädter Plaza Hotel eine Tagung mit dem Thema „MOWo-plus - Muslimische Organisationen für die Wohlfahrtsarbeit“. Die Tagung wurde vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen muslimischen Organisationen tauschten sich über ihre bestehenden sozialen Angebote und Ressourcen sowie ihre Bedarfe für die Arbeit aus. Im aus Impulsvorträgen, Workshops und Gruppendiskussionen bestehenden Programm, durch das SmF-Vorstandsmitglied Halide Özkurt führte, wurden nötige Schritte für die Weiterentwicklung der muslimischen Wohlfahrt erörtert. Gegenstand dabei war der eigene Strukturaufbau der teilnehmenden Organisationen und konkrete Maßnahmen für die weitere Zusammenarbeit.

MOWo-Tagung Halide Özkurt
Zur Erörterung, warum der Sozialdienst muslimischer Frauen sich für die Förderung von muslimischen Wohlfahrtsstrukturen einsetzt, ging die Vorstandsvorsitzende Ayten Kılıçarslan in einem Vortrag weit in die Gründungsgeschichte der Wohlfahrtstrukturen in Deutschland zurück. Sie merkte an, dass bei vier der sechs etablierten Wohlfahrtsverbände die Gründungsinitiative von Frauen ausgegangen sei. „Die Geschichte der Wohlfahrtspflege ist zum Teil auch die Geschichte der Arbeiterbewegung und der Frauenbewegung“, sagte sie. Kılıçarslan weiter: „Zwar sind die Wohlfahrtsverbände auch nicht von heute auf morgen entstanden, aber wir können auf die Etablierung der muslimischen Wohlfahrt nicht jahrhundertelang warten. Frauen und Männer, denen der gesellschaftliche Wandel bewusst ist, werden neue Strukturen in der muslimischen Wohlfahrtspflege aufbauen. Dafür werden wir hier und heute die Zeit nutzen, um uns gemeinsam über unseren Bedarf und über nötige Maßnahmen auszutauschen. Wir müssen Wege finden, wie wir unsere Vielfalt in Synergien umwandeln können. Hier erzielte Ergebnisse werden wir mit der Politik und unseren potenziellen Kooperationspartnern austauschen. Wir sehen uns in der Pflicht, unsere Erfahrungen und Kompetenzen für die Entstehung neuer Ressourcen einzusetzen.“
In seinem Impulsreferat beschäftigte sich Islamwissenschaftler Taner Yüksel mit vergleichenden Grundsätzen der Wohlfahrtspflege und des muslimischen Wohlfahrtverständnisses in Deutschland und führte aus, dass Muslime eine hohe Motivation haben Notleidenden zu helfen. Er stellte dar, dass muslimische Organisationen unter Wahrung ihres Selbstbestimmungsrechts strukturell tragfähige Organisationsformen aufbauen könnten, die der allgemeinen Wohlfahrt zu Gute kommen.

Sebastian Johna vom Goethe-Institut in München stellte das SUEM-DIK-Projekt („Strukturaufbau und Unterstützung von Ehrenamtlichen in den Moscheegemeinden für die Flüchtlingsarbeit“) vor, dass ein Baustein zum Thema muslimische Wohlfahrt sein könnte. Dabei waren viele Teilnehmer der Tagung bereits in vorheriger Trägerschaft in das SUEM-DIK-Projekt involviert gewesen und regten an, es strukturell und inhaltlich weiterzuentwickeln, um es stärker für den Strukturaufbau nutzbar zu machen. Die Teilnehmer und Vertreter der Organisationen, die beim SUEM-DIK-Projekt nicht dabei sein konnten, äußerten den Wunsch einer Zusammenarbeit im Jahr 2019 und den darauffolgenden Jahren.

Weitere Themenbereiche für den strukturellen Aufbau und die Professionalisierung der sozialen Arbeit in muslimischen Organisationen werden in Kürze in einem detaillierten Bericht veröffentlicht und den Teilnehmenden und Ansprechpartnern zur Verfügung gestellt.

Unter den Teilnehmenden waren: Vertreter einzelner Moscheegemeinden, Bündnis Malikitische Gemeinde Deutschland e.V., Muslime in Niedersachsen, Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Türkischen Moscheevereine Frankfurt, An Nusrat, Vertreterinnen vom Landesjugendverband und Landesfrauenverband der DITIB, WMGD e.V. und Vertreter aus den SmF-Ortsvereinen.

Die muslimische Wohlfahrt in Deutschland wird weitestgehend von Ehrenamtlern getragen. Dem trugen die Organisatoren dadurch Rechnung, dass parallel zur Veranstaltung eine rege in Anspruch genommene Kinderbetreuung angeboten wurde.

Deutsche Islam Konferenz
Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat
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